Revolights: Erlaubt oder nicht? Teil 2

Einige Wochen sind seit unserem ersten Blog über die Zulassung von Revolights in Deutschland ins Land gegangen. Daher ist es dringend an der Zeit, euch mit neuen Informationen über den Stand der Dinge zu versorgen.

 

Logo vom KBA.de
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Im deutschen Gesetzes- und Rechtssystem scheinen die Mühlen sehr langsam zu mahlen, so dass wir in der schriftlichen Korrespondenz mit dem Kraftfahrtbundesamt und seinen technischen Diensten leider immer längere Wartezeiten in Kauf nehmen mussten.

Denn, wie versprochen, haben wir uns mit den ersten skeptischen Aussagen des Kraftfahrtbundesamtes nicht abgefunden und diverse Argumente pro Revolights vorgebracht.

Dort hat man das neuartige Beleuchtungssystem mit in die Diskussionsrunde des Grundsatzbereiches mitgenommen und uns abschließend nochmals auf den Gesetzestext in §67 Abs.2 hingewiesen, nach dem nur die vorgeschriebenen lichttechnischen Einrichtungen angebracht sein dürfen - so weit, so gut ... und so bekannt.

 

Ob es sich jedoch bei den Revolights um ein System mit Scheinwerfer und Schlussleuchten im Sinne der Vorschrift handelt, kann das für die Erteilung der Bauartgenehmigung zuständige KBA allerdings nicht ausweisen. Daher riet man uns zur direkten Kontaktaufnahmen mit einem der technischen Dienste, die die Prüfung von Bauteilen hinsichtlich ihrer Zulässigkeit für das KBA durchführt.

Ohne Einstufung als zulässigen Scheinwerfer bzw. Schlussleuchte ist sogar auch eine ergänzende Ausstattung zur normalen Beleuchtung an Fahrrädern nicht erlaubt, so dass diese Prüfung in jedem Falle nötig ist.

 

kit.edu und tuv.com Logos
kit.edu und tuv.com Logos

Wir haben uns also unermüdlich an die technischen Prüfstellen vom Karlsruher Institut für Technologie (Lichttechnisches Institut) und dem TÜV Fahrzeuglichttechnik Berlin (TÜV Rheinland Group) gewandt und von letzterem vor kurzem eine Antwort erhalten.

 

Darin haben wir den Hinweis auf die Technischen Anforderungen erhalten, die die StVZO um detaillierte Spezifikationen ergänzen.

Auf der Webseite enhydralutris.de lassen sich viele Informationen über diese Technischen Anforderungen (TA) finden, so auch zu den in unserem Fall relevanten TA 23 (Scheinwerfer für Fahrräder) und TA 14b (Schlußleuchten für Fahrräder und ihre Anhänger).

 

In den Technischen Anforderungen sind Spezifikationen für Leuchtsysteme definiert, die es den Revolights sehr schwer (wenn nicht sogar unmöglich) machen dürften zugelassen zu werden:

  • eine definierte feste Anbauposition
  • eine feste Lichtverteilung innerhalb definierter Abstrahlwinkel mit bestimmten Mindest- und Maximalhelligkeiten
  • eine Verstelleinrichtung, mit der sie ordnungsgemäß nach § 67c Abs. 2 StVZO eingestellt werden können.

Bei den Revolights sind nun die LEDs als Lichtquellen im Gesamtsystem Fahrrad nicht fest, sondern rotieren in einer variablen Anordnung. Abhänging von Geschwindigkeit und Einschaltpunkt ist auch die Lichtverteilung nicht 100% konstant. Zudem lässt sich die Scheinwerferrichtung bei Bedarf nicht einstellen, um die Anforderungen bezüglich Abstrahlwinkel und Helligkeit zu erfüllen.

 

Allerdings sind die TA mittlerweile stark veraltet. Der Autor von enhydralutris.de

kann sich in seinen Kommentaren einige Spitzen über die Sinnhaftigkeit dieser Vorschriften nicht verkneifen, die scheinbar immer noch aus den 1990er Jahren stammen. Es ist also höchste Zeit für eine zeitgemäße Überarbeitung, wie sie zum Beispiel im Jahr 2006 der Deutsche Verkehrssicherheitsrat beantragt hat, aber damals noch vom Bundesrat abgelehnt wurde.

 

Beim TÜV sieht man zudem das Problem, dass das noch unbekannte Leuchtbild der Revolights auf deutschen Straßen zu Irritationen bei anderen Verkehrsteilnehmern führen könnte. Denn richtig ist auf jeden Fall, das die auffälligen Revolights die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und so den Nutzer sichtbarer machen, sich im Gegenzug aber die Aufmerksamkeit auf alles andere reduziert. Um die Überraschung im Verkehr zu reduzieren, können natürlich die Medien Abhilfe schaffen, wie zum Beispiel ein zukünftiger Beitrag in der ARD ...

 

Update: Weiter geht es im dritten Teil.


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Kommentare: 2
  • #1

    Eummel (Dienstag, 26 November 2013 16:21)

    Es ist schade wie diese Idee hier behandelt wird. Gerade in der Stadt finde ich dieses System sinnvoll und ein Zuwachs an verkehrssicherheit. Wenn ich schaue was alles getan wird und erlaubt ist. Da werden am Helm blinkende Lichter die dazu noch blenden erlaubt. Als Autofahrer ist es schwierig bei blinkenden Rücklichtern die Entfernung abzuschätzen. Wie gesagt, Revolight sieht dagegen richtig gut aus und als Autofahrer wird man dadurch nicht mehr abgelenkt, als die unsinnigen Tagesfahrlichter an den Autos.
    Ich hoffe das System wird in D-Land zugelassen und ein paar Radhersteller verbauen es. Denn das würde bestimmt den Preis drücken. Denn dieser, das muss ich sagen, hält mich wirklich davon ab.

  • #2

    Jonas (Donnerstag, 28 November 2013 18:08)

    Ja genau, absolut richtig was du schreibst. In vielen Fällen mögen die deutschen Vorschriften ja hilfreich sein und für mehr Sicherheit sorgen. Aber in diesem Fall tut sich einmal mehr eine veraltete und unpassende Richtlinie auf, deren Anpassung im deutschen Rechtsstaat "ewig" dauert.

    Zumindest beim Preis können wir von my-revolights.de schon jetzt ein bisschen helfen, da wir vermehrt Anfragen von Interessenten bekommen und diese immerhin zu Sammelbestellungen an revolights.com bündeln können. Das spart extrem bei den hohen Versandkosten.


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